Eigentlich dürfte Kai Lehmann gar nicht mögen. Immerhin hat er vor einiger Zeit etwas losgerissen, was mir Nächte beschert hat, in denen ich mich vor Kalkulationen, Vorband-Gesprächen und Schätzfragen gar nicht mehr retten konnte. Und das Schlimme daran: Es hat nie wieder aufgehört.
Aber Kai Lehmann hat mir einen Grund gegeben, ihn doch wieder zu mögen. Einen gewaltigen sogar. Die EP seiner Band Garda – „Go On! Dance! And Explode!“
Ein fetziger Titel, oder? Ich gebe zu, er ist mein neues Lieblingsmotto. Und von daher ist es ein wenig egal, ob die Musik auf der EP dazu passt oder nicht. Man kann ja immer in A- und B-Noten bewerten.
Fangen wir also mit der Musik an. Vier wundertolle Pop-Balladen umschwirren den Hörer und alle sind einfach nur hörenswert. Da ist eine Liebenswertigkeit in den Songs, die dich umhaut. Und es klingt alles so ehrlich, beinahe schon offenbarend.
„Chest“ als Opener zeigt, in welche Richtung es gehen soll. Ein wenig einlullend beruhigt es sicherlich auch den größten Choleriker. Das klingt nach klassischer Songwriter-Garde und das Piano im Hintergrund tut sein übriges dazu.
Einer meiner Favoriten auf der leider nur 4-Track-Platte ist neben „Mistakes & Failures“ „Yeah! Dance And Keep It Up“. Als einzig schnellere Nummer bleibt sie dir sofort im Gedächtnis. Natürlich ist dieser nun auch nicht wirklich freudig, jedoch hat er einfach was. Da geht ein bisschen Kopfnicken, mit dem Fuß wackeln, dennoch: nicht zu exzessiv. Einziger Minuspunkt an der Sache: Viel zu kurz, das gute Stück.
So verhält es sich komischer genauso mit der ganzen EP. Wie gerne würde ich mehr solcher toller Lieder hören, was bei einer Spielzeit von nur 13 Minuten aber leider so überhaupt nicht möglich ist und deswegen ein bisschen frustrieren kann. Doch was soll ich machen? Da muss man sich wohl oder übel gedulden, während man auf das erste Album der Dresdner Band wartet.
Also lieber Kai Lehmann, du toller Sänger und Songwriter du. Du hast wieder einen Stein bei mir im Brett. Wenn du möchtest, dass daraus ein Findling wird, dann sollte Garda sich gefälligst anstrengen. Und beim nächsten Mal bitte nicht die Katze den Vogel fressen lassen. (weiterlesen…)