Garda – Go On! Dance! And Explode!

Abgelegt unter: Rezensionen — Anne-Sophie Kretschmer am 11. Juli 2007

Garda – Go On! Dance! And Explode! CD-Cover Eigentlich dürfte Kai Lehmann gar nicht mögen. Immerhin hat er vor einiger Zeit etwas losgerissen, was mir Nächte beschert hat, in denen ich mich vor Kalkulationen, Vorband-Gesprächen und Schätzfragen gar nicht mehr retten konnte. Und das Schlimme daran: Es hat nie wieder aufgehört.
Aber Kai Lehmann hat mir einen Grund gegeben, ihn doch wieder zu mögen. Einen gewaltigen sogar. Die EP seiner Band Garda – „Go On! Dance! And Explode!“
Ein fetziger Titel, oder? Ich gebe zu, er ist mein neues Lieblingsmotto. Und von daher ist es ein wenig egal, ob die Musik auf der EP dazu passt oder nicht. Man kann ja immer in A- und B-Noten bewerten.
Fangen wir also mit der Musik an. Vier wundertolle Pop-Balladen umschwirren den Hörer und alle sind einfach nur hörenswert. Da ist eine Liebenswertigkeit in den Songs, die dich umhaut. Und es klingt alles so ehrlich, beinahe schon offenbarend.
„Chest“ als Opener zeigt, in welche Richtung es gehen soll. Ein wenig einlullend beruhigt es sicherlich auch den größten Choleriker. Das klingt nach klassischer Songwriter-Garde und das Piano im Hintergrund tut sein übriges dazu.
Einer meiner Favoriten auf der leider nur 4-Track-Platte ist neben „Mistakes & Failures“ „Yeah! Dance And Keep It Up“. Als einzig schnellere Nummer bleibt sie dir sofort im Gedächtnis. Natürlich ist dieser nun auch nicht wirklich freudig, jedoch hat er einfach was. Da geht ein bisschen Kopfnicken, mit dem Fuß wackeln, dennoch: nicht zu exzessiv. Einziger Minuspunkt an der Sache: Viel zu kurz, das gute Stück.
So verhält es sich komischer genauso mit der ganzen EP. Wie gerne würde ich mehr solcher toller Lieder hören, was bei einer Spielzeit von nur 13 Minuten aber leider so überhaupt nicht möglich ist und deswegen ein bisschen frustrieren kann. Doch was soll ich machen? Da muss man sich wohl oder übel gedulden, während man auf das erste Album der Dresdner Band wartet.
Also lieber Kai Lehmann, du toller Sänger und Songwriter du. Du hast wieder einen Stein bei mir im Brett. Wenn du möchtest, dass daraus ein Findling wird, dann sollte Garda sich gefälligst anstrengen. Und beim nächsten Mal bitte nicht die Katze den Vogel fressen lassen. (weiterlesen…)

Maximo Park - Our Earthly Pleasures

Abgelegt unter: Rezensionen — Caroline Baetge am 13. April 2007

Maximo Park - Our Earthly Pleasures CD-Cover Das viel diskutierte zweite Album - zur Zeit scheinen nicht nur die Gänseblümchen draußen aus dem Boden zu sprießen, sondern auch eben diese Platten einige der meist besprochenen Indie-/Alternative Bands der letzten Jahre. Ob Bloc Party, die Kaiser Chiefs, Kasabian, Arcade Fire oder die Arctic Monkeys - sie alle wagen sich zeitgleich mit den Sonnenstrahlen draußen mit einem neuen Werk an die Oberfläche des (Musik-)Himmels. Warum so viele daran scheitern? Weil sich mit der zweiten Platte zeigt, ob die Band nur ein One-Hit-Wonder ist, das nach einem sensationellen Start wieder in den Tiefen des Popstrudels versinkt, oder ob sich deren Musik bewährt und die Gruppe ihren eigenen Stil perfektioniert. Das zweite Album muss einerseits so eingängig, mitreißend und genial wie das erste sein, um den Wiedererkennungseffekt zu gewährleisten, andererseits muss es sich auch deutlich genug vom Vorgänger abgrenzen, neue Melodien bereithalten und einfach “anders” sein, um kein bloßer Abklatsch des Debuts zu werden, mit dem man auf Nummer sicher gegangen ist, um die Fans der ersten Stunde zufrieden zu stellen. (weiterlesen…)

Beatsteaks - .limbo messiah

Abgelegt unter: Rezensionen — Caroline Baetge am 3. April 2007

Beatsteaks - .limbo messiah-CD-Cover Drei endlose Jahre ließen die Beatbouletten ihre Fans auf das neue Werk warten - ob es auch ein Meisterwerk geworden ist, darüber scheiden sich die Meinungen.

Sicher, auf den ersten Blick ein elegantes, graphisch anspruchvolles Cover und beim ersten Aufklappen der CD stellt sich der typische „Aaaah-Effekt“ ein, so lange hat man auf diesen Moment gewartet und so sehr möchte man diesen nun auskosten.

Umso enttäuschender dann der Eindruck nach dem ersten Durchlauf: Das war´s? Ist da jetzt irgendetwas hängen geblieben? „.limbo messiah“ ist eine Platte, die man sich erst schön hören muss, in dessen Klangstrukturen man sich hineinfizzen muss, um sie letztlich doch zu mögen. (weiterlesen…)

Antennas - Sins

Abgelegt unter: Rezensionen — Anne-Sophie Kretschmer am 29. März 2007

Antennas - Sins CD-Cover Manchmal wäre ich gerne so etwas wie ein Covergirl. Nein, keines, das auf dem Cover prangt, sondern ich wäre gerne eine, die das Cover in der Hand hat. Ich würde mit einem dicken Filzer hässliche Bilder aus dem Booklet krikeln und meine liebsten Textzeilen ganz dick unterstreichen. Bei manchen Bands jedoch geht das leider nicht. Auch bei den Antennas, einer Band aus Schweden, kann ich meine wilden Covergirl-Träume nicht ausleben, da deren CD-Beilage wohl eher dürftig ausfällt. Ein wirklich sehr gruseliges Foto der Band sowie ein ziemlich übles Ocker schauen einen da an und lassen zuerst nichts Gutes vermuten. (weiterlesen…)

Vanda - Artichoque EP

Abgelegt unter: Rezensionen — Anne-Sophie Kretschmer am 29. März 2007

Vanda - Artichoque CD-Cover EPs sind eine tolle Erfindung. Schließlich geben sie in der Regel einen guten Überblick über das Können einer Band und am Ende kann man selber entscheiden. Entweder wird man sofort Super-Fan oder wartet wiederum lieber erst das richtige Album ab, weil die EP dann doch nicht so gefetzt hat.

Was ich euch jetzt präsentieren möchte, ist mein vorläufiger EP-Tipp des Monats. Die Band Vanda hat es sich nämlich einfach so erlaubt, ihre kleine Tracksammlung so toll zu gestalten, dass ich gar nichts anderes als “Gebt mir mehr” sagen kann.

Die “Artichoque.EP” überzeugt schon nach dem ersten Hören. Durch eine wahnsinnig reizende Stimme, beigesteuert von Sängerin Jenny Ochlich, geschickt gemachte Arrangements, kleine auflockernde Elektroeinsätze und einfach eine tendenziell packende Grundstimmung in den Songs nehmen die sechs Liedchen der fünf Dresdner sofort in ihren Platz im Hörerkopf ein. Was sie dort wollen? Definitiv bleiben. (weiterlesen…)

Killed by 9V Batteries - s/t

Abgelegt unter: Rezensionen — Caroline Baetge am 28. März 2007

Killed by 9V Batteries - Album-Cover “Jungs, wir haben einen tollen Song, lasst ihn uns an den Anfang packen, damit die Leute unsere Platte kaufen!” Solche Gedanken kommen mir früh beim Zähneputzen, wenn ich zum wiederholten Male das Debutalbum von “Killed by 9V Batteries” höre. Und außerdem: Ich stelle mir gerade folgende Situation unter Freunden vor: “Hey du, ich hab ne neue Band entdeckt, die ist gar nicht mal übel. Die heiße, äh, warte, ich hab´s gleich…” Nichts gegen Kreativität bei der Wahl des Bandnamens, doch sollte man die nicht eher in die Texte stecken? Denn Wolfgang (Gitarre + Gesang), Mario (der am Schlagzeug) und Mario (der am Bass) aus der Provinzstadt Weiz in der Steiermark hätten es durchaus verdient, in aller Munde zu sein - stellen sich hingegen selbst ein Bein mit dem etwas schwierigen Titel. Obwohl, früher nannten sie sich “Electronic Monkeys destroy Men from Mars with Laser/Asteroids”. So gesehen ist der aktuelle Name doch recht eingängig, oder? (weiterlesen…)

Belasco - 61

Abgelegt unter: Rezensionen — David Gebhardt am 2. März 2007

Belasco - 61 CD-Cover Zu Ihrem Album “61″ befragt nimmt Frontmann Tim Brownlow nachdenklich die Hand an das Kinn und beginnt langsam zu reden. Essenz seiner Worte ist, dass es sich bei diesem Album endlich um Belasco handelt, Belasco in Reinstform.

Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang - gefühlsvoll, treibend, kraftvoll, gerade heraus - leise und laut - man beginnt im Verlauf des Albums zu denken, dass sie einfach alles beherrschen. Sie bieten ein breites Spektrum an penibel arrangierter, hochklassiger Rockmusik mit starkem Gefühlsfluss und fühlen sich dabei scheinbar auf jedem Gebiet wohl. (weiterlesen…)

Mardi Gras.bb - The Exile Itch

Abgelegt unter: Rezensionen — Caroline Baetge am 2. März 2007

Mardi Gras.bb - The Exile Itch CD-Cover Es wird wohl immer so bleiben: An wirklich gute, originelle, kreative und künstlerisch anspruchsvolle Musik kommt man meist nur über einen Geheimtipp heran. Auch von Mardi Gras.bb habe ich nur über einen Freund erfahren und war eigentlich lediglich interessiert, was jener für Musikvorlieben hat. Denn zugegeben, mit Blues, Soul, Jazz und Funk kenne ich mich eigentlich gar nicht aus und hätte auch nicht gedacht, dass es mir wirklich gefallen könnte. Aber “The Exile Itch” hat mich gepackt und zeigt mir neue Seiten an mir, die ich bisher nicht kannte. (weiterlesen…)

The Diggs - Commute

Abgelegt unter: Rezensionen — David Gebhardt am 2. März 2007

The Diggs - Commute CD-Cover Das New Yorker Trio “The Diggs”, welches schon mit gestandenen Größen wie “Clap Your Hands Say Yeah” auf der Bühne stand, musiziert seit dem Jahr 2003 zusammen ganz nach der ursprünglichen Bedeutung des Kürzels Emo: “Emotional”.

Dabei zeigt Sänger Timothy Lannen durch den ausdrucksvollen Einsatz seiner Stimme alltägliche Gefühle, Enttäuschungen und manchmal auch Wut. Diese Vielzahl von Emotionen kommen auf “Commute” nicht von ungefähr, sie kommen langsam und bedacht. Die Songs beginnen ausschließlich leicht instrumentalisiert und entwickeln sich erst in ihrem eigenen Sound, zu dem was sie ausmacht: Die emotionale Größe in ihrem Mittelteil, die mitreißenden Sounds, die einfach zum Bewegen und Mitmachen einladen. (weiterlesen…)

Snow Patrol - Eyes Open

Abgelegt unter: Rezensionen — Caroline Baetge am 2. März 2007

Snow Patrol - Eyes Open CD-Cover Es gibt Lieder, an denen kommt man einfach nicht vorbei. So wie “Chasing Cars” von Snow Patrol, das sogar diejenigen kennen dürften, die noch immer glauben, bei DSDS würden die Stars der Zukunft gemacht. Denn dieses Lied ist ein weiterer Vertreter der Klasse Endlos-Ohrwürmer, von denen man allenfalls den Titel, aber in den seltensten Fällen den Bandnamen kennt.

Die Talente hinter diesem 4min27sek-Epos sind Snow Patrol, eine Band aus Großbritannien, die es schon ewig gibt, die aber keiner kennt, und die es dann, nach 10 Jahren fruchtlosen Versuchen, etlichen Auftritten als Vorband von “…” und 3 Alben, die keiner hören wollte, endlich den Durchbruch schaffte. Aber egal, alte Geschichten interessieren keinen. “Chasing Cars” ist nämlich wirklich klasse. Ein herausragendes Stück, das durch die Klischeebezeichnung “Ohrwurm” regelrecht beleidigt wird, weil heutzutage jeder Daniel Kübelböck- oder Paris Hilton-Song so betitelt wird. (weiterlesen…)